Pulitzer-Preisträger Ayad Akhtar und seine Dramen

Den Treibstoff für seine Dramen findet der 1970 in New York geborene, pakistanischstämmige Ayad Akhtar vor allem in migrantischen Erfolgsgeschichten. Die Protagonisten seiner «well-made Plays» sind zumeist assimilierte und voll in die westliche Gesellschaft integrierte Muslime, die plötzlich auf nicht zu überwindende Bruchstellen und Widersprüche in der eigenen Identität treffen. Sei es der junge Staranwalt Amir in Akhtars Drama «Geächtet» (2013 mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet) oder die kritische Autorin Zarina in «The Who and the What» – die Reibung, die seine Figuren zwischen der westlichen Lebensrealität und ihren basalen familiären und religiösen Prägungen spüren, führt zu tragischen Konflikten. Der Grund dafür liegt scheinbar auf der Hand: Ist doch der Islam, im Gegensatz zu den christlichen Glaubensbekenntnissen, (noch) nicht im gleichen Masse durch Prozesse wie die Reformation, die Aufklärung und Säkularisierung geschritten. Akhtar schafft es in seinen Dramen, auch in unseren Breiten durchaus aktuelle Zusammenhänge von Fortschritt und Tradition, Glaube und Zweifel vielschichtig, humorvoll und emotional berührend zu erzählen, ohne dabei Klischees zu bemühen.

Jan Stephan Schmieding

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