Tobias Koch und Thibault Lac über «Such Sweet Thunder»

Wie würdet ihr die Atmosphäre in «Such Sweet Thunder» beschreiben, um was geht es in dieser Produktion?

«Such Sweet Thunder» ist Performance und Konzert zugleich, eine Art Hybridformat. Sie entstand aus der Zusammenarbeit eines Musikers (Tobias Koch), Tänzers (Thibault Lac) und eines bildenden Künstlers (Tore Wallert). Atmosphärisch bewegen wir uns in einem Raum «zwischen den Dingen», zwischen Realität und Fiktion. Wir schaffen einen Dialog zwischen unseren Träumen, Fantasien sowie unserem Verständnis von Realität, um dann diese Grenzen auszuloten, hin und zurück zu navigieren zwischen Fiktion und Realität.

 

Ihr habt ausdrücklich gewünscht, im Festsaal aufzutreten. Was hat den Ausschlag für diesen Jugendstilsaal gegeben, wo eure Performance doch eine komplett andere, eben zeitgenössische Sprache spricht?

Uns interessieren genau diese Gegensätze. So sehr die Performance Imaginäres und Fiktion erreicht, so sehr ist sie in der Realität, dem Live-Moment verankert. In einem Raum, der eben nicht so neutral wie die Black Box einer Theaterbühne ist, können wir diese Fiktion stärker ausloten. Der Raum selbst wird Teil der Performance, und die Architektur lässt ihre eigenen visuellen und poetischen Elemente in die Aufführung einfliessen. Der Festsaal ist unglaublich schön und wir sind gespannt, wie dieser Saal mit unseren Bildern der Performance in Dialog treten wird.

 

Ihr habt «Such Sweet Thunder» nun schon einige Male aufgeführt. Verändert sich dabei die Performance weiterhin oder ist der Kreativprozess abgeschlossen?

Die Aufführungen haben nun eine eher stabile Struktur gefunden, sie verändern sich nicht mehr gross. Wir passen sie aber den verschiedenen Räumen an, gerade eben im Jugendstil-geprägten Festsaal werden wir Veränderungen vornehmen und neue Elemente einbringen. Eine der Besonderheiten von Live-Performances ist ja, dass die Arbeit nie abgeschlossen ist, sondern sie sich kontinuierlich entwickelt. Jede Aufführung ist einzigartig, und wir lernen jedes Mal hinzu.

 

Welche Gedanken haben zum Titel «Such Sweet Thunder» geführt?

Der Titel ist ein Zitat aus «Ein Sommernachtstraum» von Shakespeare. Eine Figur beschreibt darin die Erinnerung an eine akustische Erfahrung. Einen Klang mit Worten auszudrücken ist immer eine Herausforderung, und uns hat zusätzlich die Ambivalenz des letzten Oxymoron fasziniert:

"...never did I hear
Such gallant chiding: for, besides the groves, The skies, the fountains, every region near Seem’d all one mutual cry: I never heard
So musical a discord, such sweet thunder."

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Artherstrasse 2-4, 6300 Zug